Adrian Letca: "The Lord of the Dogs"

Menschen

von Bernhard Moestl 120 mal angesehen

Adrian Letcă, geboren 1978 in Schässburg, ist Kriminalbeamter in Kronstadt und züchtet Deutsche Schäferhunde. Der durch das Innenministerium sowie die Rumänische Hundetrainervereinigung zertifizierte Trainererhielt zahlreiche Auszeichnungen. Er nahm mit über 120 unterschiedlichen Hunden an 140 Dressur-Wettbewerben teil, war 2009 Vizelandesmeister sowie 2011, 2012 und 2013 rumänischer Staatsmeister. Best of Brasov hat ihn zum Interview gebeten.

Wie und wann bist du Hundetrainer geworden? Begonnen hat alles im Jahr 2000 mit einem Welpen. Ein Jahr später bekam ich meinen ersten „richtigen“ Diensthund für die Spuren- und Personensuche. Damals habe ich festgestellt, dass ich gut mit Hunden kommunizieren kann und mir diese Tätigkeit Freude macht.

Was zeichnet deiner Meinung nach einen guten Hundetrainer aus? Er muss ein ausgeglichener Mensch und ein guter Psychologe sein, sich auf den Hund einlassen und seine Trainingsmethoden dem jeweiligen Tier anpassen, ohne dabei jemals Gewalt anzuwenden. 

Ist Hundetraining Wissenschaft, Kunst oder Hobby? Einen Hund abzurichten hat ein Ähnlichkeit mit der Kindererziehung. Wenn wir dem Tier ein Verhalten antrainieren, das unseren Bedürfnissen entspricht, profitieren wir später von einem tollen Begleiter, der unser Leben schöner macht. Auch wenn alles als Hobby begonnen hat, war mir irgendwann klar, dass Ausbildung sowohl Wissenschaft als auch Kunst ist.

Was hast du von den Hunden gelernt? „Ein Hund stört dich nur einmal: Wenn er stirbt.“ Ich habe erkannt, dass wir Menschen viele Fehler haben, aber ein Hund bietet dir alles und beschützt dich, ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen.

Gibt es Hunde, vor denen du dich fürchtest? Und wie überwindest du deine Angst, wenn du mit aggressiven Hunden arbeiten musst? Natürlich gibt es die. Aber wenn du einen Hund respektierst, dann respektiert er auch dich. Es gibt einen kritischen Moment, in dem der Hund versucht, deinen Platz in der Hierarchie einzunehmen. Dann darfst du keine Angst zeigen. Die gefährlichsten Hunde sind nämlich jene, die selbst Angst haben.

Welche Hunde begeistern dich besonders? Ich mag ausgeglichene Hunde, die sich auf möglichst jede Situation einstellen können. 

Wie sollte man reagieren, wenn man von einem Hund angegriffen wird? Keinesfalls in Panik verfallen. Ruhig stehen bleiben und langsam auf das Tier zugehen. Nicht, um es zu provozieren sondern nur um ihm zu zeigen, dass wir keine Angst vor ihm haben. 

 Eine Botschaft an unsere Leser? Kaufen Sie einen Hund nur von einem erfahrenen Züchter und nach fachkundiger Beratung, damit das Tier auch wirklich zu Ihnen passt. Wie ein Kind muss auch ein Hund erzogen werden und der Trainer dabei das Umfeld berücksichtigen, in dem das Tier aufwachsen und leben wird.