Sorcova: Glück für das neue Jahr

Geschichte

von Ioana Mihaiescu 119 mal angesehen

Das rumänische Brauchtum besteht aus vielen regionalen Traditionen. Einige dieser Bräuche, die ihren Ursprung wahrscheinlich bereits in der Zeit der Daker haben, sind Lieder, mit denen man ins neue Jahr hinüber geht. So wünscht man am Tag des Heiligen Basilius, dem ersten Tag des neuen Jahres, einander mit dem Lied „Sorcova“ (Blumenstrauss) Wohlstand und Glück.

Die ursprüngliche „Sorcova“, von der das Lied handelt, wurde aus  einem oder mehreren Zweigen eines Obstbaumes oder einer Rose hergestellt, die am Tag des Heiligen Andreas (30. November) oder des Heiligen Nikolaus (6. Dezember) in ein Wasserglas gesteckt wurden, wo sie begannen,  auszutreiben.  Danach wurde das „Ritual-Objekt“, mit dem die Kinder dann herum wanderten, mit Zweigen, farbiger Wolle, Lametta und an der Spitze mit  Basilikum verziert. In der Bukowina wurde zusätzlich noch eine Glocke angebracht. Heute wird die Sorcova, die vor allem die Vegetation des Frühlings symbolisieren soll, aus farbigem Papier und künstlichen Blumen gefertigt.

Zauberstab für Kraft, Jugend und Gesundheit

Neigt man die Sorcova mehrmals  in Richtung einer bestimmten Person, so wirkt sie wie ein Zauberstab, der Kraft, Jugend, Gesundheit und Wohlstand bringen soll. Nachdem die Kinder ihre Eltern und nahen Verwandten auf diese Art „behandelt“ haben, ziehen sie weiter in die Nachbarschaft. Nachdem die Weihnachtslieder gesungen wurden, wird die Sorcova wie ein Heiligtum an eine östliche Wand des Hauses gehängt, wo sie dem Haushalt im neuen Jahr  Glück und Gesundheit bringen soll. Der Überlieferung nach hat das Wort „Sorcova“ seinen Ursprung übrigens im bulgarischen „Surov“, was soviel wie „zartes Grün“ bedeutet. Wie mit jeder Tradition sind auch mit der Sorcova abergläubische Bräuche verbunden: So gehen nur Kinder mit ihr, weil diese noch rein und unschuldig sind und ihre Wünsche auch erfüllt werden. Bevorzugt sollte man am Morgen des neuen Jahres übrigens einen Jungen mit einer Sorcova antreffen: Dann nämlich, so behauptet es zumindest der Volksglaube, werden die Wünsche noch schneller erfüllt.