Retterin des alten Kulturguts

Menschen

von Cătălin Bădulescu 188 mal angesehen

Sie rettet alte sächsische Häuser vor dem Verfall und hat sogar Prinz Charles nach Rumänien gebracht. Cătălin Bădulescu hat mit Architektin Silvia Demeter abseits des Reissbretts gesprochen.

Früher baute man langfristig. Die Erbauer dachten voraus an ihre Kinder, ihre Enkelkinder und stellten die Weichen im Vorhinein. Alle Baustoffe kamen aus der Natur Ziegelsteine, Kalk, Lehm, Sand, Holz. Wer sich auch nur oberflächlich mit der Bauphysik auskennt, der weiss, dass ein Mauerwerk bei dem als Bindemittel Lehm oder Kalk benutzt wurde elastischer gegenüber Erdbewegungen ist. Dicke Ziegelwände, doppelte oder sogar dreifache manchmal, gewährleisten neben der Standhaftigkeit des Baues auch eine hervorragende Wärmedämmung und sind auch Feuchtigkeit stabilisierend. Das sind nur einige der Geheimnisse der traditionellen sächsischen Häuser. 

Du hast ein altes Haus gekauft? Lies, was dir Silvia rät!

Als erstes beeile dich nicht. Betrachte das Haus und versuche, es kennen zu lernen, zu verstehen und zu lieben. Es wird dir von selbst sagen was du unternehmen und vor allem, was du unterlassen sollst! Die eingesetzten Techniken und Baustoffe müssen mit dem betreffenden Gebäude kompatibel sein. Wenn du es gekauft hast um es radikal zu verändern, so ist es besser, gleich ein neues zu bauen. 

Prinz Charles und das Zălan Tal

Einer meiner Kollegen in England arbeitete mit Seiner Hoheit und wir wurden eingeladen, Projekte zu besichtigen an denen Prinz Charles beteiligt war. Damals haben wir uns kennen gelernt. Einige Jahre später, während ich in Rumänien war, wurde ich gefragt ob ich die Architektin des Hauses im Zălan Tal sein möchte. Es ein altes Dorf von Glasmeistern im Kreis Covasna. Die hiesigen Handwerker haben die Butzenfenster der Schwarzen Kirche gefertigt. 

Als ich das Gut das erste Mal gesehen habe, habe ich mich in es verliebt. Dann habe ich den Auftrag angenommen. Est war zum ersten Mal, dass ein Auftraggeber volles Vertrauen in mich hatte und mir freie Hand gewährte. Dieser Auftraggeber war Prinz Charles... Es war eine Herausforderung, da es ein Budget gab, das nicht überschritten werden durfte. Danach war das erste Treffen mit Seiner Hoheit in England und das zweite in Siebenbürgen, auf der Baustelle!

Das Haus im Zălan Tal hat mich durch seine Nachhaltigkeit fasziniert. Das Gut liegt am Fuße eines Waldes und ist von zwei Bächlein eingefasst. So sind mit Hilfe der Natur das Problem des Komforts und der Grundressourcen gelöst: Sonne, Wasser und Feuerholz. Der größte Bau der Wirtschaft, aus den besten Baustoffen hergestellt, war der Stall. Wir haben mit Seiner Hoheit beschlossen das Gehöft wie ein traditionelles Gästehaus zu restaurieren. Das ist noch heute seine Bestimmung, dort können Zimmer gemietet werden, ausgenommen in der Zeit, in der Prinz Charles selbst in Rumänien ist. Für die Restaurierung haben wir nur traditionelle Baustoffe und lokale Arbeitskräfte eingesetzt. Das Haus ist aus Buchenbohlen errichtet, die mit Erde verputzt sind. Nur der Stall ist aus Ziegelsteinen mit Stürzen aus gemeißeltem Stein errichtet.

Letztendlich mit Kalk verputzt

Die Leidenschaft der Ziegelstein-Linie, der Mauerlinie und des Punkt-Pfeilers geht weiter. Silvia Demeter gründet den Verein “Sat Transilvania”. Er ist als eine Art „Notarzt“ für Traditionelle Gebäude gedacht. Silvia und ihr Team werden vor Ort sein um die alten bauten in Siebenbürgen zu retten. Damit wir sie auch weiterhin betrachten können. Von welcher Seite wir es auch wünschen.

 

Silvia jenseits des Reißbrettes 

  • Waschechte Kronstädterin aus Schei
  • Ist ab zwei Jahren auf Baustellen aufgewachsen, der Traum der Mutter war sich ein Haus auf einem Hügel zu bauen. Die hier gemauerten Ziegelsteine waren die Bausteine für Silvias Leidenschaft für Kronstadt und die traditionelle siebenbürgische Architektur. 
  • Obwohl die Mutter Angst hatte ging sie den Weg von der Postwiese aus entlang der Graft und verliebte sich  in die beiden Türme und die Graft Bastei 
  • Hartnäckiger und ehrgeiziger Widder, war auch Leistungssportlerin
  • Nach der Ion Mincu Architekturfakultät in Bukarest Studium in Stockholm und Oxford. In England absolvierte sie einen Kurs für Restaurierung alte Bauten. Damals verstand sie den Unterschied zwischen einem Architekten am Reißbrett und einem, der Bauten ausführt.