Bayern, Brasov und Bier beim Oktoberfest

Tourismus

von Bernhard Moestl 184 mal angesehen

Auch wenn das bayrische Original 199 Jahre Vorsprung hat, zählt das vom deutschen Wirtschaftsclub veranstaltete „Kronstädter Oktoberfest“ heute zu den wichtigsten Festen Transsilvaniens

Begonnen hatte alles mit einer Hochzeit. Als am 12. Oktober 1810 Kronprinz Ludwig seine Prinzessin Therese heiratete, fanden in München zu Ehren der beiden zahlreiche Feiern statt. So auch ein Pferderennen, bei dem neben einer Tribüne mit 40.000 Plätzen vor allem die öffentliche Ausschank von Wein und Bier für Aufsehen und jede Menge Besucher sorgte. Schon die wenige Jahre später, mittlerweile waren zur Pferderennbahn Kletterbäume, Kegelbahnen und Schaukeln hinzugekommen, begann das als „Wiesn“ bekannt gewordene Fest kräftig zu wachsen.  Karusselle wurden aufgestellt, Lossstände, bei denen es Porzellan, Silber und Schmuck zu gewinnen gab, zogen vor allem die ärmeren Stadtbewohner an und 1819 übernahmen die Münchner Stadtväter die Festleitung: Von nun an sollte jedes Jahr gefeiert werden, und das mit Stil. Die Stadtverwaltung genehmigte den Bierverkauf, Buden und Zelte erhielten elektrisches Licht und das Fest zog immer mehr Schausteller und Karussellbesitzer an, die bis heute für zusätzliche Unterhaltung der mittlweile sechs Millionen Besucher sorgen.  

Kleines Oktoberfest

Als der gebürtige Kronstädter Christian Macedonschi, der viele Jahre in Bayern gelebte hatte, 2009 erstmals auf die Idee kam, rumänische Feierlaune mit bayerischer Tradition zu verbinden, wurde er selbst vom Erfolg überrascht.  In neun Tagen besuchten über 100.000 Menschen das „Kleine Oktoberfest Kronstadt“, das in seiner nunmehr sechsten Auflage zu einem richtig großen Ereignis und zu einem Touristenmagnet weit über die Grenzen Kronstadts hinaus geworden ist.