Die Geschichte einer rumänischen Zeitung

Geschichte

von Bernhard Moestl 161 mal angesehen

Als am 13. März 1949 in Rumänien die Herausgabe einer deutschen Tageszeitung beschlossen wurde bezweckten die Machthaber damit vor allem eines: Auch die Siebenbürger Sachsen, die oft nicht willens waren, die offiziellen rumänische Zeitungen zu lesen, sollten in ihrer Muttersprache auf die Ideen des Sozialismus eingeschworen werden.

Doch der „Neue Weg“ - so der Name des Blattes - bewirkte das genaue Gegenteil. Statt der erhofften Eingliederung der deutschen Minderheit verstärkte das Medium deren kollektives Bewusstsein. Die Leser fühlten sich ermutigt, das Recht aus Bildung und Unterhaltung in ihrer Muttersprache wahrzunehmen. 1992 beschloss die Redaktionsleitung den Namen in „Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien“ (ADZ) zu ändern, der bis heute beibehalten wurde. Seit Mitte 1993 ist die ADZ als mit ihrer landesweiten Abdeckung auch die einzige deutschsprachige Tageszeitung Osteuropas. Sie erscheint fünf mal wöchentlich mit einer Auflage von 3000 Exemplaren und enthält neben aktuellen allgemeinen und politischen Nachrichten auch Kommentare, einen Wirtschaftsteil, Kulturberichte mit Schwerpunkt auf die deutsch sprechenden Regionen sowie Nachrichten von landesweitem Interesse.

Deutsch und demokratisch

Herausgeber ist seit 2006 das Deutsche Demokratische Forum in Rumänien, welches auch die Finanzierung aus staatlichen Mitteln vermittelt. Die Zeitung hat Lokalredaktionen in Temeswar und Kronstadt, wo auch die wöchentlichen Beilagen - ”Banater Zeitung” in Temeswar und ”Karpatenrundschau” in Kronstadt - hergestellt werden. Die Lokalredaktion in Hermannstadt befindet bringt zusätzlich die deutschsprachige Wochenschrift ”Hermannstädter Zeitung” heraus.