Das alte Rathaus zu Kronstadt

Geschichte

von Bernhard Moestl 192 mal angesehen

Ursprünglich bestand das, was wir heute als Kronstädter Rathaus kennen, aus nicht viel mehr als einem Turm. Erst als im 14. Jahrhundert die Kürschner den Anbau einer Verkaufslaube durchsetzen, wurde 1420 direkt darüber auch eine erste Stube für die „Durchsetzung des Gesetzes“ und als Tagungsort für den Magistrat errichtet.

e als Kronstädter Rathaus kennen, aus nicht viel mehr als einem Turm. Erst als im 14. Jahrhundert die Kürschner den Anbau einer Verkaufslaube durchsetzen, wurde 1420 direkt darüber auch eine erste Stube für die „Durchsetzung des Gesetzes“ und als Tagungsort für den Magistrat errichtet. Im Jahr 1515 wurde der Turm erhöht und mit einer Schweifhaube mit fünf goldenen Kugeln versehen, und ausserdem ein Kerker und ein Stadtarchiv untergebracht. Acht Jahre später baute schließlich der Stundenmachermeister Georgius aus Schäßburg im obersten Geschoss eine Turmuhr ein. Die erste große Erweiterung erfolgte 1646, als die „Hundertmannstube“ errichtet, wurde in welcher sich der auf mittlerweile 100 Mitglieder gewachsene äußere Rat versammeln konnten. Im 17. Jahrhundert schließlich jagte eine Katastrophe die nächste. Einem schweren Brand, einem mächtigen Erdbeben und einem verheerenden Sturm, die starke Schäden anrichteten, folgte 1689 ein der großer Stadtbrand, bei dem das Gebäude wie auch die benachbarte Schwarze Kirche stark zerstört wurden. Zu allem Unglück war auch die Finanzlage der Stadt gerade schlecht und so konnte das Alte Rathaus nur geringfügig repariert werden.

Medialer Aufschrei

Seine heutige Gestalt mit dem Zwiebelturm erhielt das Gebäude schließlich Ende des 18. Jahrhunderts, der Turmaufsatz folgte erst 130 Jahre später.  Als der Magistrat 1876 in einen Neubau in der Purzengasse zog, verlor das Rathaus seine Funktion. Es blieben nur der Sitzungssaal der Stadtverwaltung, Verkaufsläden, das Archiv und ein Feuerwerkdepot. Zu wenig, wie die damalige Stadtverwaltung befand. Und so war es nur einem mächtigen medialen Aufschrei zu verdanken, dass das Gebäude nicht wie geplant abgerissen wurde. Andernfalls hätte das alte Kronstädter Rathaus seinen 600. Geburtstag, den es in fünf Jahren feiern wird, nämlich nicht mehr erlebt.